„Ohne Jugend ist kein Staat zu machen“ – Alle wissen es, doch jeder geht anders damit um. Politik erleben kann dafür ein Weg sein. Nicht passiv als Zuschauer, sondern mittendrin als aktive Gestalter demokratischer Entscheidungsprozesse.
Die 24 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9d von der Albertville-Realschule machten sich vor zwei Wochen daran, vorbereitet und angeleitet von zwei Mitarbeitern der Friedrich-Ebert-Stiftung, die Arbeit eines Oberbürgermeisters, eines Gemeinderates und einer Stadtverwaltung kennenzulernen. Dabei erfuhren sie, welche Aufgaben die einzelnen Akteure haben und bildeten selbst Fraktionen. Sie suchten sich Themen, die sie schon immer einmal vor den Oberbürgermeister bringen wollten. Am Abend beobachteten die Schülerinnen und Schüler beim Besuch der Gemeinderatssitzung die Stadträte, die Vertreter der Verwaltung und den Oberbürgermeister ganz genau. In einem zweiten Projekttag wurden mit Unterstützung „echter“ Stadträte der einzelnen Fraktionen Anträge und Anfragen zu den ausgewählten Themen formuliert und Begründungen ausgearbeitet.
Der Höhepunkt und Abschluss des Planspiels bildete eine gespielte Gemeinderatssitzung im großen Sitzungssaal des Rathauses unter der Leitung von Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. Selbst die Tagesordnung dieser Sitzung wurde in einer nachempfundenen „Ältestenratssitzung“ am Abend zuvor mit dem Oberbürgermeister besprochen.
Zu den einzelnen Anträgen entwickelte sich unter den jungen Gemeinderäten eine lebhafte Diskussion, die schließlich abgestimmt wurden. So wurde ein Antrag angenommen, die Busverbindungen besser den Unterrichtsszeiten anzupassen, oder die Hinweise auf nette Toiletten in der Stadt sichtbarer und übersichtlicher zu gestalten. Auch die Sauberkeit und Sicherheit am Bahnhof war ein Thema und für verbesserungswürdig erachtet. Den Jugendlichen war darüberhinaus auch ein Konzept für die Verschönerung des Stadtgartens wichtig.
Spaß machte es auf jeden Fall – das erlebten auch die „echten“ Stadträte, die zahlreich die gespielte Gemeinderatssitzung der Jugendlichen verfolgten. Vielleicht, dachte sich mancher, ist unter den Schülerinnen und Schülern ein Nachwuchs-kandidat für die nächsten Gemeinderatswahlen dabei.
